Diese Rockband aus Nashville besteht aus den drei Brüdern Followill und ihrem Cousin und feiert mit dem Album Only By The Night weltweit ihren Durchbruch. Inzwischen sind sieben Alben erschienen.
Die drei Brüder Followill, Nathan (Schlagzeug), Caleb (Gesang) und Jared (Bass), wachsen in einer gläubigen Familie auf. Ihr Vater Leon ist Prediger, gemeinsam reisen sie durch den Süden Amerikas von Kirche zu Kirche. Im Glauben ist kein Platz für (Pop-)Musik, sie hören nur die Kirchenchöre, die sie unterwegs hören. Das Leben der Jungs ändert sich drastisch, als ihr Vater sich von der Kirche zurückzieht und sich von ihrer Mutter scheiden lässt. Die Brüder ziehen nach Nashville, wo sie ein Jahr später zusammen mit ihrem Cousin Matthew (Gitarre) Kings Of Leon gründen.
Youth and Young Manhood
Das Debütalbum Youth and Young Manhood (2003) ist vor allem in England erfolgreich. Gleiches gilt für das zweite Album Aha Shake Heartbreak aus dem Jahr 2004. In Amerika werden sie bekannter, weil sie als Vorband von U2 auftreten. Ende 2006 erscheint Because of the Times, und das vierte Album Only By The Night kommt zwei Jahre später heraus. Das Album wird weltweit dreizehnfach Platin und zweimal Gold und ist unser Sunday Morning Classic vom 1. Oktober 2023.
Top 2000
In der 23. Ausgabe der Top 2000 (wir leben jetzt im Eröffnungsjahr von De Platenbar, 2023) sind Kings of Leon mit folgenden Platzierungen vertreten:
Sunday Morning Classic
Wie bereits erwähnt, standen Kings of Leon am 1. Oktober 2023 bei uns auf der Bühne der Sunday Morning Classics mit ihrem 4. Studioalbum Only By The Night. Kings Of Leon; auch so eine Band, die mir plötzlich auffällt, obwohl sie schon eine Weile aktiv sind.
Kurz gesagt: Die ersten vier Songs von Only By The Night bilden zusammen das beeindruckendste Viertelstündchen amerikanischen Gitarrenrocks, das ich in den letzten Jahren (!) gehört habe. Und nein, das heißt nicht, dass ich all die Jahre auf einem anderen Planeten gelebt habe. Aber trotzdem: Die Followill-Familie hat einen neuen Fan gewonnen. Inzwischen höre ich Only By The Night schon einige Jahre, und das ist gar nicht so einfach. Wie gesagt, die ersten vier Lieder sind unbestritten brillant. Nimm den gespenstisch schleichenden und von mächtigen Trommelschlägen vorangetriebenen Opener Closer, der dem ältesten Bruder Caleb sofort alle Möglichkeiten gibt, das zu tun, was er auf Only By The Night beschlossen hat: singen. Also: s-i-n-g-e-n, voller Soul und wenn nötig mit sechs Großbuchstaben. Gänsehaut pur. Aber auch der Protestsong Crawl, stachelig und ungeschliffen in Wort und Klang, trifft gnadenlos ins Mark. Sex On Fire und Use Somebody sind danach weniger ungestüm, gehören aber trotzdem zu den besten Songs, die Kings je aufgenommen haben. Nach so einem fulminanten Auftakt kann es nur noch bergab gehen, denkst du. Und genau das passiert auch. Ab dem süßlichen Manhattan dominieren spannungslose Rockballaden (mit oder ohne gemütliche Southern-Note), mit Revelry und dem peinlichen 17 ('ooh, she’s only seventee-een!') als Tiefpunkten. Im Abschlussstück Cold Desert wird die Form noch einmal gefunden, aber die Magie ist längst erloschen. Diagnose? Ich würde sagen: Noch 'erwachsener' geworden als schon bei Because Of The Times, darin sogar ein bisschen übertrieben und jetzt auf dem Weg, ein Tom Petty & The Heartbreakers (oder wenn du willst Pearl Jam) der Vor-Obama-Ära zu werden. Meinen Segen haben sie. Ihr bestes Moment – auch wenn es nur ein Viertelstündchen dauerte – läuft hier vorerst in Dauerschleife.
Ich betrachte dieses Album als das beste Werk, das Kings of Leon bisher abgeliefert haben. Zu Recht also ein Sunday Morning Classic!
Quelle: npo, OOR und Wikipedia Foto: Corentin LAMY und Raph_PH
Anrufen







