Jacques Brel ist ein 1929 in Brüssel geborener Chansonnier. Sein Werk hat großen Einfluss auf andere belgische und französische Künstler, aber auch auf internationale Popstars wie David Bowie, Marc Almond und Gavin Friday. Einige Chansons von Brel sind in ihren Übersetzungen bekannter, darunter die von Herman van Veen und Rod McKuen. Jacques Brel stirbt 1978.
Biografie
Die musikalische Laufbahn von Jacques Brel nimmt erst richtig Fahrt auf, als er von Brüssel nach Paris zieht. In Frankreich schlagen seine Lieder und Auftritte recht schnell an. Seine Karriere erreicht internationales Niveau, als der amerikanische Dichter, Sänger und Komponist Rod McKuen seine Texte zu übersetzen beginnt. Dessen Version von Ne Me Quitte Pas, nun gesungen von Damita Jo DuBlanc, erreicht 1965 die amerikanischen Charts unter dem Titel If You Go Away. Die Version von Terry Jacks wird 1974 ein Top-10-Hit in den Niederlanden, als Nachfolger von Seasons In The Sun, einer Übersetzung eines anderen Brel-Songs, Le Moribond.
Brel am Broadway und im Kino
Ende der 60er Jahre ist die Revue Jacques Brel Is Alive And Well And Living In Paris lange Zeit Off-Broadway zu sehen; es wird ein Album und ein Film davon gemacht. Dionne Warwick nimmt 1972 Brels Nummer If We Only Have Love auf. David Bowie tut dies 1973 mit Amsterdam. Jacques Brel glänzt inzwischen auch auf der Leinwand, unter anderem in Mon Oncle Benjamin (1969), L'Aventure C'est L'Aventure (1972) und L'Emmerdeur (1973). Außerdem inszeniert er zwei Filme, in denen er selbst die Hauptrolle spielt: Franz (1972) und Le Far West (1973).
Lungenkrebs
Nach einer ausgedehnten Segelreise über die Weltmeere lebt Brel auf der Insel Hiva Oa im Südpazifik. Nach langer Zeit bringt er 1977 wieder ein Album heraus, schlicht Brel genannt. Der Lungenkrebs, der bei ihm bereits zehn Jahre zuvor diagnostiziert wurde, wird ihm schließlich zum Verhängnis. Brel stirbt 1978 im Alter von 49 Jahren in einem Krankenhaus in Paris. Er hinterlässt berühmte Lieder wie Ne Me Quitte Pas (1959), Les Flamandes (1959), Marieke (1961), Le Moribond (1961), Le Plat Pays (1962), Amsterdam (1964), Chanson Des Vieux Amants (1967), Voir Un Ami Pleurer (1977) und Bruxelles (1963).
Top 2000
Brel steht mit zwei Songs in der Top 2000 von 2020. ‚Mijn Vlakke Land‘ steht auf Platz 1532 und ‚Ne me quitte pas‘ auf Platz 390.
Sunday Morning Classic: La Valse À Mille Temps
Ne me quitte pas ist der Song, mit dem Brel endgültig auf der musikalischen Landkarte steht. Das Lied stammt aus dem Jahr 1959. Er schrieb das Lied nach seiner Trennung (oder besser gesagt ihrer Trennung) von Suzanne Gabriello (Zizou), obwohl sie im Lied nirgends erwähnt wird. Das Lied behandelte laut Brel selbst nicht das Verlassenwerden, sondern eher seine Feigheit in dieser Beziehung. Das Original erschien auf seiner EP La valse à mille temps, dem Sunday Morning Classic vom 17. Oktober 2021.
Das Lied wurde von vielen anderen Künstlern gesungen (Frank Sinatra, Shirley Bassey). Auf Niederländisch wurde der Titel in einer Übersetzung von Ernst van Altena zu ‚Laat me niet alleen‘, die bekannteste Interpretation davon ist die von Liesbeth List.
Quelle: NPO Foto: Jack de Nijs für Anefo und Madelgarius
Anrufen




