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Howlin' Wolf

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Howlin' Wolf

Howlin' Wolf (10. Juni 1910 – 10. Januar 1976), mit bürgerlichem Namen Chester Arthur Burnett, war ein amerikanischer Blues-Sänger, Gitarrist und Mundharmonikaspieler, der großen Einfluss auf die Bluesmusik hatte.

Burnett arbeitete schon früh auf einer Baumwollplantage und lernte so die raue Schattenseite der Gesellschaft kennen. Nachdem seine Mutter ihn als 11-jährigen Jungen aus dem Haus geworfen hatte, suchte er Unterkunft bei seinem Onkel, der ihn anschließend misshandelte. Nach zwei Jahren floh er aus dem Haus seines Onkels und lief 120 Kilometer zu seinem Vater, der ihn liebevoll in seine Familie aufnahm. Sein Vater schenkte ihm im Alter von 18 Jahren seine erste Gitarre.

Nach dem Zweiten Weltkrieg bekam Burnett seine eigene Radioshow bei einem lokalen Sender. Dort wurde seine raue und gelebte Stimme entdeckt. Die Plattenfirmen boten sich gegenseitig über, um ihn unter Vertrag zu nehmen. Er unterschrieb bei Chess Records und zog nach Chicago. Der junge Gitarrist Hubert Sumlin, der ihm folgte, wurde sein ständiger Begleiter bis zu seinem Tod 1976.

Zusammen mit Muddy Waters war er der einflussreichste Bluesmusiker der 50er Jahre. Mit seiner imposanten Statur, 1,98 m groß und 130 Kilo schwer („Three hundred pounds of heavenly joy“), war sein Auftreten auf der Bühne beeindruckend. Howlin' Wolf war ein großes Vorbild für die englische Musikgeneration der 60er Jahre. Für The Beatles, The Rolling Stones, Eric Clapton, Jimmy Page war er ein Idol. 1971 nahm er das Album London Sessions auf, unter anderem mit Eric Clapton, Steve Winwood, Bill Wyman und Charlie Watts. Obwohl von Kritikern und Kennern verrissen, wurde es die meistverkaufte Bluesplatte der Welt. Sie brachte ganze neue Generationen erstmals mit dem Blues in Berührung.

1973 nahm Howlin’ Wolf für das Album The Back Door Wolf den Song „Coon on the Moon“ auf, geschrieben vom Bandmitglied Eddie Shaw (geboren 1937). In diesem Song sagte Howlin’ Wolf – 35 Jahre zuvor – die Ankunft eines schwarzen Präsidenten voraus. Am 20. Januar 2009 wurde seine ‚Prophezeiung‘ wahr, als Barack Obama als erster schwarzer Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt wurde.

Burnett litt in den letzten Jahren seines Lebens an Nierenversagen. Trotzdem trat er bis kurz vor seinem Tod auf. Sein vorletztes Konzert war eines der denkwürdigsten, die er je gab. Einen Tag später trat er noch in seinem Stammclub auf, musste danach aber ins Krankenhaus gebracht werden, das er nie wieder verlassen sollte. Posthum wurde er 2012 in die Memphis Music Hall of Fame aufgenommen.

Seinen Künstlernamen Howlin’ Wolf hat Chester vermutlich schon in seiner Jugend erfunden. Sein Großvater mütterlicherseits nannte ihn ‚Wolf‘, weil Chester Todesangst bekam, wenn Opa Jones Geschichten über Wölfe im Wald erzählte, die ihn holen würden. Danach nannten ihn alle ‚Wolf‘. ‚Howlin‘ wurde später von Chester hinzugefügt, vermutlich wegen seiner rauen Stimme. Wie dem auch sei: Chesters Stimme klang in Wirklichkeit viel schöner als die eines heulenden Wolfes.

Foto: Public Domain

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