Manche Sänger oder Songs entdeckt man nicht selbst, sondern bekommt sie „geschenkt“. So war es bei David Sylvian, ehemaliger Leadsänger der Band Japan. Das Album „Secrets of the Beehive“ und besonders der Song „Orpheus“ verdanke ich meinem guten Freund Marc Kolsters. Immer wenn ich „Orpheus“ höre, erscheint ein Lächeln auf meinem Gesicht.
David Sylvian
David Sylvian (23. Februar 1958) ist ein britischer Popmusiker. Er war lange Zeit Sänger der britischen Band Japan. Nachdem sich die Gruppe 1982 auflöste, folgte eine erfolgreiche Solokarriere. Sylvian arbeitete unter anderem mit Robert Fripp, Ryuichi Sakamoto, Holger Czukay, Russell Mills und Jon Hassell zusammen. Sylvian wurde als David Batt geboren. Mit seinem Bruder Steve, der sich den Nachnamen Jansen zulegte, und Bassist Mick Karn gründete er eine Schulband, die sich zur Band Japan entwickelte. 1978 hatte diese Band einen Hit mit Adolescent Sex. Danach folgten noch vier Alben, die recht erfolgreich waren, aber keine Hitsingles hervorbrachten. Wegen Meinungsverschiedenheiten zwischen David und Mick löste sich die Band auf. David Sylvian steuerte viele Gastbeiträge auf Alben anderer Künstler bei.
Auf seinem Twitter-Account kündigte Sylvian am 20. Juni 2018 an, dass die Japan-Alben ‚Gentlemen take polaroids‘ und ‚Tin Drum‘, ursprünglich aus 1980 und 1981, im August 2018 als limitierte 180-Gramm-Vinyl-Ausgaben neu veröffentlicht werden. Auf seiner offiziellen Website wurde im Dezember 2018 bekanntgegeben, dass die Alben ‚Brilliant Trees‘, ‚Alchemy - An Index of Possibilities‘, ‚Gone to Earth‘ und ‚Secrets of the Beehive‘ im Februar 2019 erstmals auf 180-Gramm-Vinyl erscheinen. Die Platten werden mit neuem Artwork versehen. Die Platte von Rain Tree Crow, ursprünglich aus 1991, auf der Sylvian wieder mit seinen ehemaligen Japan-Kollegen Steve Jansen, Richard Barbieri und Mick Karn spielte, erscheint am 29. März 2019 auf 180-Gramm-Vinyl.
Top 2000
In der 23. Ausgabe der Top 2000 steht David allein mit seiner früheren Band Japan:
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Sunday Morning Classic: Secrets of the Beehive
Am 14. Juni 2020 erschien David mit seinem Album Secrets of the Beehive bei uns als Sunday Morning Classic.
Dies ist ein Album voller Atmosphäre, und Sylvian ist der Meister darin, stimmungsvolle Musik zu schaffen. Durch die Kombination von Elementen aus Jazz, Pop, Klassik, elektronischer und experimenteller Musik erschafft er eine völlig neue Welt, die wie ein Klassiker klingen kann, oder besser gesagt, wie ein Roman oder ein Gedicht der Romantik, in Klänge umgesetzt.
„Secrets of the Beehive“ ist das vierte vollständige Studioalbum dieses experimentellen Pop-/Rockkünstlers. Der ehemalige Japan-Frontmann zeigte sich auf seinen ersten Alben vielversprechend, aber „Secrets of the Beehive“ steht als etwas ganz Besonderes in seiner Diskografie. Die Musiker, die er für das Album ausgewählt hat, sind perfekt für ihre Arbeit, und das hört man deutlich.
Manchmal klingt die Musik auf „Secrets of the Beehive“ wie das, was später als „Kammerpop“ bezeichnet werden würde, zu anderen Zeiten dominiert Jazz/Avantgarde. Zugänglich, sogar beim ersten Hören, und vielleicht kam Sylvian in dieser Phase seiner Karriere der „Popmusik“ am nächsten. Andererseits sind „Maria“ und „Forbidden Colours“ dunkle und beunruhigende Stücke, die man als Soundtracks für einen Horrorfilm erwarten würde.
Die Höhepunkte für mich sind der viel zu kurze Opener „September“ mit Davids Gesang, begleitet von Klavier und Streichern. Die Texte auf diesem Album sind sehr gut und regen zum Nachdenken an. Manche Songs erzählen einfach eine gute Geschichte, wie „The Boy With the Gun“, der einzige Song, der meiner Meinung nach E-Gitarre und Kontrabass enthält. „Maria“ ist eine kurze, räumliche und gruselige Melodie. „Orpheus“ ist meiner Meinung nach der beste Song, er fließt einfach und ist so melodisch. Ich habe oft die Wiederholungstaste gedrückt, um diesen großartigen Song immer wieder zu hören.
Sylvians Musik verlangt nach Einsamkeit und gedämpftem Licht. Am besten nutzt du deine HiFi-Anlage in deinem Zimmer, setzt Kopfhörer auf, trinkst ein Glas Whisky, wenn du möchtest, und genießt die Reise!
Der Titel des Songs „When Poets Dreamed of Angels“ fasst das Gefühl dieses Albums ziemlich gut zusammen.
Quelle: Jan Liebregts und Wikipedia
Foto: Albumcover Universal UMC
https://www.davidsylvian.net/
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