David Bowie hätte ich wirklich gerne einmal live gesehen. Leider ist das nie passiert. Den musikalischen Spuren von Bowie folgte ich ab Ende der 70er Jahre. Das war die Zeit, in der ich mich wirklich für Musik zu interessieren begann. Ich muss mich also mit allem begnügen, was er hinterlassen hat, und das ist sehr viel.
David Bowie
David Robert Jones, besser bekannt unter seinem Künstlernamen David Bowie, (London, 8. Januar 1947 – 10. Januar 2016) war ein britischer Sänger, Songwriter, Musikproduzent und Schauspieler. Er gilt als einer der einflussreichsten Rockmusiker von den 60er Jahren bis heute.
David Bowie wurde durch Welthits wie Space Oddity, Changes, Life on Mars?, Ziggy Stardust, Let's Dance, Absolute Beginners und Heroes bekannt. Bowie machte auch einige erfolgreiche Duette, u.a. Under Pressure (mit Queen), Dancing in the Street (mit Mick Jagger) und Tonight (mit Tina Turner). Außerdem war er bekannt für seine verschiedenen Imagewechsel, die besonders in seiner Glamrock-Phase in den 70er Jahren exzentrisch waren. Neben seiner Karriere als Künstler war Bowie auch Schauspieler in diversen Filmen und Produzent anderer Künstler.
Am 10. Januar 2016 verstarb Bowie in New York, zwei Tage nach seinem sechsundsechzigsten Geburtstag und nach der Veröffentlichung seines Albums Blackstar. Sein Tod war für Medien, Fans, Kollegen und sogar die meisten seiner Freunde unerwartet. In der Nacht seines Todes twitterte Bowies Frau Iman den Text „The struggle is real, but so is God“, was auf einen Todeskampf hinweist. Die Nachricht von Bowies Tod wurde – ebenfalls via Twitter – von Bowies Sohn Duncan Jones bekanntgegeben, der mitteilte, dass er „leider“ bestätigen müsse, dass sein Vater verstorben sei. Am 18. September 2016 schrieb die Popjournalistin Lesley-Ann Jones in der britischen Boulevardzeitung Mail on Sunday, dass Bowie seinen Tod selbst inszeniert haben könnte. Sie stützt sich dabei auf Aussagen des ehemaligen BBC-Moderators Andy Peebles und Produzenten Simon Napier-Bell. Abgesehen davon, dass diese Zeitung allgemein als populistisch mit vielen Showbiz-Gerüchten gilt, ist es unwahrscheinlich, dass Bowie den Zeitpunkt seines Todes selbst bestimmt hat. Beweise dafür gibt es nicht, und Aussagen anderer aus Bowies Freundeskreis widersprechen dem. Produzent Tony Visconti, der neben Bowies letztem Album auch viele andere Bowie-Alben produzierte, erzählte in einem Interview, dass Bowie ihn eine Woche vor seinem Tod noch angerufen habe, um über Aufnahmen für ein nächstes Album zu sprechen. Bowie berichtete ihm, dass er in den Monaten zuvor fünf Demos neuer Songs in seinem eigenen Heimstudio aufgenommen hatte. Das deutet darauf hin, dass Bowie den genauen Zeitpunkt seines Todes keinesfalls vorhergesehen hat. Bowie hat zwar seinen Abschied sorgfältig organisiert, aber nicht seinen Tod, so scheint es.
Im Sommer 2014 entdeckte Bowie bereits, dass er an Leberkrebs litt. Doch Bowie hielt seine Krankheit vollständig aus der Öffentlichkeit heraus. Nur die Menschen, mit denen er direkt arbeitete, wussten davon. Für die meisten Musikkritiker wurde erst nach Bowies Tod klar, dass auf dem Album Blackstar zahlreiche konkrete Hinweise auf sein bevorstehendes Ableben in den Texten der Songs, dem Design des Albumcovers und den Videoclips verarbeitet waren. Besonders der Clip zum Song Lazarus kann bei näherer Betrachtung als eine Art Schwanengesang verstanden werden.
Top 2000
In der 23. Ausgabe der Top 2000 steht Bowie mit folgenden Platzierungen:
Sunday Morning Classic: Blackstar
Am 18. Oktober 2020 war David Bowie unser Gast bei The Sunday Morning Classics mit seinem letzten und besonderen Album Blackstar.
Tracks mit reichlich Jazz-Einflüssen auf seinem 26. Album Blackstar, dem Nachfolger des so unerwartet veröffentlichten The Next Day. Mit einer mehr als großartigen Band, die neben McCaslin auch Mark Guiliana (Schlagzeug), Jason Lindner (Tasten), Tom Lefebvre (Bass) und Ben Monder (Gitarre) umfasst. Allesamt Musiker, die sich in der weltweiten Jazzszene bereits einen Namen gemacht haben, mit Lindner, dessen herrlich breit ausufernde Keyboardarbeit, und Guiliana, mit seinen genialen Beats, als Fahnenträger der New York-Jazz-meets-Electronic-Szene. Der angenehm steady Bass von Lefebvre, das mal antreibende, mal räumliche Gitarrenspiel von Monder und das schöner denn je klingende Saxophonspiel von McCaslin machen diese neue Reihe von Bowie-Songs zu den abenteuerlichsten, die er je gemacht hat.
Der Titelsong mit seinem super erfinderischen Schlagzeugspiel, dem seltsamen Keyboardspiel mit seinem unerwarteten Electrorhythmus, dem starken Gitarrenspiel und dem schönen Saxophon machen den Song vor seiner unvorhersehbaren Umwandlung zu einem wunderbar abenteuerlichen Stück. Es ist eine beeindruckend aufgebaute Komposition mit einem wunderschön singenden Bowie, der trotz seiner Länge optimal fesselt. Das auf einem herrlich aufgekratzten Beat treibende und am Ende herrlich aus der Kurve fliegende Sue (Or in a Season of Crime) mit einem Bowie, der mehr denn je wie der späte Scott Walker klingt, und ‚Tis Pity She Was A Whore kommen in ihrer neuen, super getriebenen Version noch besser zur Geltung.
Aber es sind gerade auch Songs wie das hervorragende Lazarus, das super eingängige Girl Loves Me und das wunderschöne Dollar Days, die großartig überzeugen. Albumabschluss I Can’t Give Everything Away (mit einem explodierenden Monder) ist ebenso überzeugend. Vielleicht die größte Überraschung ist, dass Bowie selbst noch so unglaublich gut bei Stimme ist und ebenso großartig überzeugt wie die zuvor genannten Musiker. Unglaublich, wenn man bedenkt, dass Bowie schon fast fünf Jahrzehnte dabei ist und das Leben eines Rock’n’Roll-Stars bestimmt nicht spurlos an ihm vorübergegangen ist.
Natürlich ist Blackstar kein Jazzalbum geworden, sondern ein echtes Bowie-Album voller alternativer Rockmusik. Aber gespielt mit stets sich selbst herausfordernden Jazzmusikern, die das Genre herausfordernd angehen. Mit seinem neuen Album macht David Bowie sehr deutlich, dass er immer noch das richtige Ohr für wirklich innovative Musik hat. Er erweist der jungen Jazz-meets-Electronic-Szene einen hervorragenden Dienst und der Musik im Allgemeinen nicht weniger. Blackstar ist ein ausgezeichnetes Album und ein neuer Höhepunkt in seinem Werk.
Das Album erschien am 8. Januar 2016, Bowies 69. Geburtstag, zwei Tage vor seinem Tod. Produzent Tony Visconti erklärte, dass dieses Album als Abschiedsgeschenk für seine Fans bei einem sorgfältig geplanten Finale gedacht war.
Quelle: Jan Liebregts und Wikipedia Foto: AVRO und Les ZG
https://www.davidbowie.com
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